was bleibt

teil 1 hier – unterwegs in portugal
teil 2 hier – unterwegs an portugals küste
teil 3 hier – es läuft

das leben beginnt erst außerhalb der komfortzone, hat mir mal jemand gesagt. das kann ich unterschreiben.
in meiner komfortzone kommt es nicht vor, dass ich 20 km am stück laufe. ich sitze die meiste zeit in meinem büro.

sicher, ich treibe sport.
so gut es geht achte ich auf meine gesundheit.
was man eben so macht.
aber hier ist es anders.
kein zwicken, kein schmerz in der hüfte, kein kopfweh und sogar weniger unverträglichkeiten.

wir haben kein radio und kein fensehen. ins internet kommen wir nur über wlan, abends in der unterkunft. da fällt es leicht, den focus wieder zurecht zu rücken. entschleunigen. langsam werden.

unser rhythmus passt sich dem natürlichen rhythmus des menschen an. wir bewegen uns den ganzen tag, wir essen, wenn wir hungrig sind, wir schlafen, wenn wir müde sind so lange es eben braucht. wir leben im hier und jetzt. dass die äußeren bedingungen dafür perfekt sind, macht es uns natürlich leicht.

was bleibt ist das gefühl, dass ich alles schaffen kann, ein glücksgefühl und dankbarkeit. es bleibt die antwort auf die frage, was wirklich wichtig ist im leben, in meinem leben und wofür ich brenne.

dieser urlaub war etwas ganz besonderes. auch wenn wir unsere unterkünfte vorher buchen ließen. auch wenn wir unser gepäck mit einem kurierdienst transportieren ließen – wir waren auf dem weg.

gepäcktransport und hotelbuchungen, fragst du jetzt?
dass diese reise der kracher war, verdanken wir dem super team von PURA in hamburg.
wir haben uns nur um die flüge gekümmert. PURA hat die unterkünfte ausgesucht und gebucht. wir bekamen sehr ausführliches kartenmaterial für jeden tag. unser gepäck wurde mit einem kurierdienst von einer unterkunft zur nächsten transportiert, so konnten wir unsere reise uneingeschränkt genießen.

für eingefleischte pilger mag das merkwürdig klingen, für uns war es genau richtig. alles war perfekt. wir waren mehr als zufrieden.
danke nach hamburg, den versprochenen mehrwert hatten wir jeden tag!
hier findet ihr je eine rad- und eine wanderreise auf dem camino portugues costa.

pilgern ist heute wohl das, was hippocrates, mit seinem ausspruch „gehen ist des menschen beste medizin“ meinte:
eine ganzheitliche kur für körper und geist.

 

es läuft

teil eins hier – unterwegs in portugal
teil zwei hier – unterwegs an portugals küste

 

ich habe geschlafen wie ein baby, in einem tollen hotel mit guten betten. vermutlich hätte ich aber in dieser nacht überall so geschlafen.
nach einem wirklich guten frühstück stellen wir nach den ersten kilometern wieder auf den beinen fest, dass das gehen leichter fällt als gestern.
alles habe ich erwartet.
das nicht.

das wetter ist wie gemacht für uns. nicht zu heiß und immer ein guter wind. so laufen wir durch kleine fischerdörfer, durch ein vogelschutzgebiet über brücken und durch waldstücke. jeden tag um die 20 kilometer. portugals küste ist einfach wunderschön. wir schlafen in hotels oder pensionen, immer gut und immer mit meerblick.

wir machen pause, wenn wir an besonders schönen orten sind. die füße ins kühle wasser zu halten, ist wie himbeereis mir sahne. und wenn wir hungrig sind, findet sich immer eine möglichkeit richtig guten, frischen fisch zu essen.

uns begegnen menschen, die irgendwie immer gut gelaunt sind, warmherzig, die uns ihre geschichten erzählen, die uns weiter helfen.
in der pension gibt es zu dem selbstgebackenen kuchen und dem liebevoll gemachten frühstück ein *bom camino* und eine herzliche umarmung mit auf den weg.

beim laufen fallen wir aus der zeit. wir geben uns dem moment hin und werden leicht.
würde ich jetzt die arme ausbreiten, ich könnte fliegen. ich bin frei.

teil 4 hier – was bleibt

unterwegs an portugals küste

teil 1 hier -unterwegs in portugal
wir starten in berlin tegel sehr früh am morgen. der flug ist ruhig und die vorfreude groß.
endlich urlaub, endlich ans meer.

in lissabon gelandet gönnen wir uns zuerst einen kaffee und diese unglaublich leckeren pudding-teile (pasteis de nata). dann fahren wir zum bahnhof und nehmen den nächsten zug nach porto.

da wir hier noch nicht waren, bleiben wir für einen tag in dieser tollen stadt und starten erst am übernächsten tag zu fuß nordwärts.

und dann empfängt er uns mit großem getöse – der atlantik.
warum auch immer, ich fühle mich zu hause. angekommen. großes, wildes wasser übt eine ganz besondere magie auf mich aus. und so stille ich auf den ersten kilometern zu fuß den unbändigen durst meiner augen und den hunger meiner sehle.


es dauert nicht lange und der kopf leert sich aus. die lungen bekommen vor freude flügel und meine beine tun das, wofür sie gebaut sind. sie laufen. kilometer um kilometer kommen wir voran. oft auf diesen holzbohlenwegen.
am ende des tages meine ich, morgen nicht mehr aufstehen zu können. so voller glücksgefühle bin ich und in den beinen 20km.

teil 3 hier  – es läuft

teil 4 hier – was bleibt